Praktische Tipps

Dubai: Regeln und Kleiderordnung für Touristen – was man trägt und was man lässt

· 6 Min. Lesezeit

Frau in weiter Leinenkleidung und Kopftuch im weißen Marmorhof einer großen Moschee bei Sonnenuntergang

Dubai ist viel entspannter, als viele Besucher erwarten: Shorts in den Malls, Bikinis in den Beach Clubs und Cocktails auf Hoteldächern gehören zum Alltag. Trotzdem ist es eine muslimische Stadt, deren Gesetze auch für Touristen gelten – und einige davon, etwa zu Fotos, Medikamenten und Verhalten in der Öffentlichkeit, werden mit empfindlichen Strafen durchgesetzt. Dieser Ratgeber zeigt, was man wo trägt, welche Regeln Besucher am häufigsten überraschen und wie man Touren und Abende danach plant.

Das Wichtigste in Kürze

  • Malls, Straßen, Souks: Schultern und Knie bedecken; keine Badekleidung abseits von Strand und Pool.
  • Strand und Pool: Badeanzug und Bikini ja, oben ohne nein; für den Weg ins Café etwas überziehen.
  • Moscheen: lange Ärmel, lange Hose oder knöchellanger Rock, Kopftuch für Frauen, Schuhe aus.
  • Alkohol: nur in lizenzierten Lokalen, erst ab 21, nie betrunken in der Öffentlichkeit, null Promille am Steuer.
  • Fotos: Fremde – vor allem Frauen und Kinder – nie ohne Erlaubnis fotografieren.
  • Zärtlichkeiten: Händchenhalten ist in Ordnung, Küssen in der Öffentlichkeit nicht.

Was trägt man in Dubai?

Malls, Straßen und Altstadt

Kein Gesetz verlangt von Touristen, die Haare zu bedecken oder eine Abaya zu tragen. Die Faustregel in der Öffentlichkeit heißt Zurückhaltung: Kleidung, die Schultern und Knie bedeckt, nichts Durchsichtiges oder sehr Kurzes. In den Malls hängen Schilder mit der Bitte, die lokalen Sitten zu respektieren, und das Sicherheitspersonal bittet Gäste in bauchfreiem Top oder Badekleidung höflich, sich etwas überzuziehen. In den Souks und im historischen Viertel Al Fahidi sind eine leichte Hose, ein Midirock oder ein Leinenhemd respektvoll und zugleich das Angenehmste bei der Hitze. Ein Rundgang durch das alte Dubai mit Abra-Fahrt und Souks ist der einfachste Weg, die traditionelle Seite der Stadt kennenzulernen – und zu sehen, wie man sich dort kleidet.

Strände, Pools und Beach Clubs

Badekleidung – auch der Bikini – ist an öffentlichen Stränden, an Hotelpools und in Beach Clubs völlig normal. Oben-ohne-Baden und FKK sind verboten. Wer den Strand Richtung Promenade, Mall oder Taxi verlässt, zieht ein Strandkleid oder T-Shirt und Shorts über. Beach Clubs haben eigene Regeln: tagsüber Badekleidung, abends bei Partys gepflegtere Strandmode, und überall, wo Alkohol ausgeschenkt wird, ein Mindestalter von 21 Jahren.

Moscheen: die strengste Kleiderordnung

In Moscheen wird die Kleiderordnung am Eingang kontrolliert. Frauen: weite, langärmelige Kleidung bis zu den Knöcheln und ein Kopftuch, das die Haare bedeckt. Männer: lange Hose und ein Hemd mit Ärmeln – keine Shorts, keine Tanktops. Vor dem Gebetssaal ziehen alle die Schuhe aus. Die Kleidung sollte weder eng noch durchsichtig sein.

Die Scheich-Zayid-Moschee in Abu Dhabi, die meistbesuchte des Landes, weist Besucher ab, die nicht passend gekleidet sind – kommen Sie also schon richtig angezogen, statt auf eine geliehene Abaya zu hoffen. Freitagvormittags ist sie wegen des Gebets für Touristen geschlossen. Die meisten Tagesausflüge von Dubai nach Abu Dhabi führen dorthin – etwa diese private Abu-Dhabi-Tour mit Guide und Besuch der Großen Moschee oder die ganztägige Abu-Dhabi-Tour mit der Scheich-Zayid-Moschee. In Dubai selbst hält die Tagestour durch das alte und moderne Dubai an der Blauen Moschee – dort gelten dieselben Regeln.

Restaurants, Nachtleben und Oper

Hotelrestaurants, Rooftop-Bars und Clubs verlangen meist Smart Casual: keine Strandkleidung, keine Sporttops und abends für Männer oft keine Flip-Flops oder Shorts. In den angesagtesten Clubs setzen die Türsteher das konsequent durch. Für eine Vorstellung in der Dubai Opera – zum Beispiel Trevor Noahs Stand-up Ende November – genügt Smart Casual; Galadinner nennen ihren Dresscode auf dem Ticket.

Wüstensafari und Bootstouren

In der Wüste zählt das Praktische: leichte, weite Kleidung, die die Schultern vor Sonne und Sand schützt, geschlossene Schuhe oder Sandalen, die man ausschütteln kann, Sonnenbrille und ein Tuch gegen den Wind. Von November bis März wird es nach Sonnenuntergang kühl – nehmen Sie für eine Abendsafari in der Wüste oder eine Dhau-Fahrt mit Abendessen auf dem Dubai Creek eine Jacke mit; auch an Bord einer Dhau gilt Smart Casual.

Verhaltensregeln, die auch für Touristen gelten

Alkohol

Alkohol ist ab 21 Jahren in lizenzierten Lokalen erlaubt – Hotelbars und -restaurants, Clubs und Beach Clubs –, und Clubs kontrollieren den Ausweis, also den Reisepass mitnehmen. Trinken auf der Straße oder am öffentlichen Strand und sichtbare Trunkenheit in der Öffentlichkeit sind strafbar, ebenso Autofahren mit auch nur einer Spur Alkohol im Blut. Tickets für Clubnächte wie ANOTR im Playa Pacha werden nur an Gäste ab 21 verkauft.

Zärtlichkeiten in der Öffentlichkeit

Händchenhalten ist für Paare kein Problem; Küsse, lange Umarmungen und intimes Verhalten in der Öffentlichkeit dagegen schon – das kann mit einer Geldstrafe enden. Unverheiratete Paare dürfen ein Hotelzimmer teilen; das Gesetz wurde 2020 geändert.

Fotos, Drohnen und soziale Medien

Menschen ohne ihre Zustimmung zu fotografieren – und erst recht die Bilder zu veröffentlichen – ist nach dem Datenschutzrecht der VAE eine Straftat mit hohen Geldstrafen. Fragen Sie vorher, besonders bei Frauen und Familien, und filmen Sie keine Fremden in Malls oder am Strand. Regierungsgebäude, Polizei- und Militäranlagen sowie Flughäfen sind tabu. Drohnen müssen registriert werden; für eine kurze Reise lässt man sie besser zu Hause. Auch Beschimpfungen und obszöne Gesten sind strafbar – ebenso in Kommentaren und Nachrichten – wie Beiträge, die das Land oder seine Herrscher beleidigen.

Ramadan

Im Fastenmonat – 2027 voraussichtlich etwa vom 8. Februar bis 9. März, je nach Mondsichtung – fasten Muslime von der Morgendämmerung bis zum Sonnenuntergang. Restaurants und Hotels bleiben für Besucher geöffnet, doch tagsüber sollte man auf der Straße nicht offen essen, trinken oder rauchen, sich etwas zurückhaltender kleiden und die Musik leiser drehen. Die Abende sind dafür das Schönste: Iftar-Essen, Nachtmärkte und eine Stadt, die nach Sonnenuntergang erwacht.

Medikamente und Drogen

Bei Drogen gilt in den VAE null Toleranz – auch für CBD-Produkte und Spuren im Bluttest. Einige gängige verschreibungspflichtige Medikamente – Schmerzmittel mit Codein, bestimmte Schlafmittel, Mittel gegen Angststörungen und ADHS – unterliegen Kontrollen: in der Originalverpackung mit Rezept mitführen und vor der Reise die Liste des Gesundheitsministeriums der VAE prüfen.

Alltags-Etikette

  • Begrüßung: Männern die Hand geben; bei Frauen abwarten, ob sie die Hand zuerst reichen. Mit der rechten Hand geben, nehmen und essen.
  • Metro: Essen und Trinken in Metro und Tram kostet Strafe; einige Wagen sind Frauen und Kindern vorbehalten.
  • Wochenende: Samstag und Sonntag; freitags um die Mittagszeit gehen viele zum Gebet, manche Geschäfte öffnen später.
  • Trinkgeld: keine Pflicht – rund 10 % im Restaurant ohne Service Charge, im Taxi aufrunden.
  • Handeln: in den Souks erwünscht, in den Malls nicht.

Werden Touristen wirklich bestraft?

Die meisten Besucher bekommen von diesen Regeln nichts mit: Die Polizei ist höflich, und in Malls und Hotels bittet das Personal einfach, sich umzuziehen. Strafen und Festnahmen betreffen eindeutige Fälle – Menschen filmen, Drogen, öffentliche Trunkenheit, obszöne Gesten im Straßenverkehr. Wer sich in der Stadt dezent kleidet, Badekleidung am Strand und Zärtlichkeiten im Hotel lässt, reist in Dubai so unkompliziert wie kaum anderswo. Für die weitere Planung: alle Touren in Dubai und Veranstaltungen in der Stadt.

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